Als ein chinesischer Händler eine heilige Plastikstatue von Notre Dame in ein Viertel von Luanda bringt, macht sich eine trauernde Mutter auf die Suche nach Besänftigung, führt ein engagierter Barbier einen neuen Kult ein, will sich ein umherstreifender junger Mann an seinem verlorenen Freund rächen. Dabei enthüllt das Stadtmärchen sowohl eine urbane als auch eine familiäre Facette voller Ressentiments, Gier und Qualen.
Made in China. Längst ist es nicht mehr angemessen, mit dieser Bezeichnung nur billige und minderwertige Produkte zu verbinden. Das Label bleibt aber ein Symbol für das rasante Wirtschaftswachstum Chinas und für den weltweiten Massenkonsum. Und was die Religionssatire "Our Lady of the Chinese Shop" zeigt, ist, dass sich jedes Thema kommerzialisieren lässt.
"Bisher sind nicht viele Stoffe und Autoren aus Angola in unserer Filmverwertung angelangt. Nicht dass man von Claver eine folkloristische Sicht auf sein Land erwartet hätte, doch geht er bei der Erzählung seines Films dermaßen stilisiert vor, dass man nur wenig Spezifisches über den Schauplatz selbst erfährt. Im Film sorgt er für eine distanzierte Stimmung, die durch die Entscheidung, einen Erzähler einzusetzen, noch unterstrichen wird.
Den Sprecher (Meili Li), den man immer wieder kurz sieht, inszeniert der Film nicht unbedingt als Verantwortlichen für das Schicksal der Menschen, doch zumindest als denjenigen, der über den bemitleidenswerten Kreaturen steht, die sich noch nicht von den Bürden der Religion befreit haben. Die Figur, die zwischendurch floskelhafte philosophische Sprüche aufsagt, hat etwas Überhebliches. Im Prolog kommt ihm schon fast eine gottähnliche Rolle zu.
Es ist eine ungewöhnliche Entscheidung und irgendwie eine, die einen selbsterniedrigenden, selbstkolonisierenden Beigeschmack hat. Doch ist anzunehmen, dass im Film derart viele selbstreferenzielle Anspielungen, die die Geschichte, Aktualität und Politik Angolas betreffen, vorkommen, dass einem vielleicht die vollständige Deutung ohne entsprechende Kenntnisse verwehrt bleibt. Einige Szenen bleiben dennoch in Erinnerung durch ihren surrealen Charakter, der im Schlussteil überhandnimmt: In einem Stadion werden volle Zuschauerreihen mit aufgehängter Kleidung simuliert, und eine politische Delegation stopft sich an einer großen, überladenen Tafel mit Essen voll, was einen an 'Das große Fressen' von Marco Ferreri erinnert." (Teresa Vena, auf: kino-zeit.de)
Als ein chinesischer Händler eine heilige Plastikstatue von Notre Dame in ein Viertel von Luanda bringt, macht sich eine trauernde Mutter auf die Suche nach Besänftigung, führt ein engagierter Barbier einen neuen Kult ein, will sich ein umherstreifender junger Mann an seinem verlorenen Freund rächen. Dabei enthüllt das Stadtmärchen sowohl eine urbane als auch eine familiäre Facette voller Ressentiments, Gier und Qualen.
Made in China. Längst ist es nicht mehr angemessen, mit dieser Bezeichnung nur billige und minderwertige Produkte zu verbinden. Das Label bleibt aber ein Symbol für das rasante Wirtschaftswachstum Chinas und für den weltweiten Massenkonsum. Und was die Religionssatire "Our Lady of the Chinese Shop" zeigt, ist, dass sich jedes Thema kommerzialisieren lässt.
"Bisher sind nicht viele Stoffe und Autoren aus Angola in unserer Filmverwertung angelangt. Nicht dass man von Claver eine folkloristische Sicht auf sein Land erwartet hätte, doch geht er bei der Erzählung seines Films dermaßen stilisiert vor, dass man nur wenig Spezifisches über den Schauplatz selbst erfährt. Im Film sorgt er für eine distanzierte Stimmung, die durch die Entscheidung, einen Erzähler einzusetzen, noch unterstrichen wird.
Den Sprecher (Meili Li), den man immer wieder kurz sieht, inszeniert der Film nicht unbedingt als Verantwortlichen für das Schicksal der Menschen, doch zumindest als denjenigen, der über den bemitleidenswerten Kreaturen steht, die sich noch nicht von den Bürden der Religion befreit haben. Die Figur, die zwischendurch floskelhafte philosophische Sprüche aufsagt, hat etwas Überhebliches. Im Prolog kommt ihm schon fast eine gottähnliche Rolle zu.
Es ist eine ungewöhnliche Entscheidung und irgendwie eine, die einen selbsterniedrigenden, selbstkolonisierenden Beigeschmack hat. Doch ist anzunehmen, dass im Film derart viele selbstreferenzielle Anspielungen, die die Geschichte, Aktualität und Politik Angolas betreffen, vorkommen, dass einem vielleicht die vollständige Deutung ohne entsprechende Kenntnisse verwehrt bleibt. Einige Szenen bleiben dennoch in Erinnerung durch ihren surrealen Charakter, der im Schlussteil überhandnimmt: In einem Stadion werden volle Zuschauerreihen mit aufgehängter Kleidung simuliert, und eine politische Delegation stopft sich an einer großen, überladenen Tafel mit Essen voll, was einen an 'Das große Fressen' von Marco Ferreri erinnert." (Teresa Vena, auf: kino-zeit.de)